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Archive for Februar 2010

Für Karin, Constanze, Angela, Gabi, Judith und viele anderen…

Immer wieder erlebe ich, dass Reitschüler und reitende Freunde voll Selbstzweifel sind, was ihre Reiterei betrifft und an das Aufhören denken.

Interessanter Weise handelt es sich dabei ausnahmslos um Menschen, die sehr feinfühlige und engagierte Reiter sind, die ihr Bestes geben und ständig bestrebt sind, noch besser zu werden – zum Wohle des Pferdes.

Wie oft habe ich Reiter gesehen, die ihr Pferd in einer Art und Weise ritten (siehe die aktuelle Diskussion zum Thema Rollkur und Low-round-deep) dass ich mir mit jeder Zelle wünschte, sie mögen Zweifel an ihrem Tun bekommen, vielleicht sogar mit dem Reiten ganz aufhören? Fehlanzeige, bei denen passiert es nicht. Im Gegenteil, sie scheinen meistens sehr von sich überzeugt zu sein.

Warum zweifeln ausgerechnet die Menschen, ständig bemüht sind, den Bedürfnissen des Pferdes gerecht zu werden?

Die Antwort auf diese Frage kenne ich leider auch nicht, dafür aber ein interessantes Phänomen, von dem ich erzählen möchte:

Unter den Schülern der  Alexander-Technik gibt es die sogenannte Alexander-Depression. Es geht so: Im Laufe der Ausbildung entwickelt sich die Wahrnehmung so stark und so schnell, dass man alles, was man tut – auch die Fehler – wie in einem  Vergrößerungsglas sieht. Das gibt den Menschen das Gefühl, ihre Sache schlechter zu machen als zuvor, obwohl in Wirklichkeit das Gegenteil wahr ist. Ihre Koordination und ihr Gleichgewicht sind im Laufe der Ausbildung besser geworden, davon kommt auch die gestärkte Wahrnehmung. Und gerade sie gibt den Boden für die Zweifel.

Zweifelsohne sind aufkeimende Zweifel ein Signal, inne zu halten und das eigene Tun zu überprüfen. Nur man soll es auch wissen, dass wenn man gerade in einem Prozess der Wahrnehmungs-Entwicklung ist (und feines Reiten ist sicher so ein Prozess) neigt man dazu, eigene Fehler viel deutlicher zu sehen als sie in Wirklichkeit sind. Was einem dann aufs Gemüt schlägt.

Ganz nüchtern betrachtet kann man also sagen, dass in so einem Fall – wie aus dem Beispiel der Alexander-Depression ersichtlich – die übermäßigen Selbstzweifel keineswegs ein Zeichen davon sind, dass man vom Weg abbekommen ist. Im Gegenteil, ihr verstärktes Aufkommen signalisiert, dass man gerade eine wichtige Entwicklung durchmacht, also auf dem richtigen Weg ist.

Allen, die sich gerade in einer Sackgasse fühlen möchte ich ein Bild widmen, dass mir ein Freund mal zugeschickt hat. Ein Bild, dass das Gefühl der Auswegslosigkeit sehr gut illustriert:

Na toll

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„Wenn das Falsche aufhört passiert das Richtige von alleine“.

F. M. Alexander hat das Wesen seiner Technik in diesem Satz erfasst:

„Wenn das Falsche aufhört passiert das Richtige von alleine“.

Alexander meinte damit, dass wenn die störende Muskelverspannungen, die das optimale Aufrichtung unseres Körpers behindern, sich auflösen dann findet der Körper von alleine zu einer optimalen Haltung und optimalen Gleichgewicht.  Das ist ein sehr interessanter Ansatz, denn viele Menschen, die sich mit Bewegung und dem Funktionieren des Körpers beschäftigen, setzen sich sehr intensiv mit der Frage auseinander: „Wie findet der Körper – mein eigener, der meines Pferdes, meines Schülers – zu einer optimalen Haltung? Einer Haltung, die ihm die größtmögliche Bewegungsfreiheit und Effizienz ermöglicht, also das Erreichen von höchsten Leistungen bei kleinstem Energieaufwand?“

Alexander hat diese Frage auf eine besondere Art beantwortet: er hat herausgefunden, dass jeder Körper ein – bis dato wenig bekanntes – System aus Muskeln- und Nervenverbindungen hat. Ein System, das unaufhörlich bemüht ist, den Körper in die bestmögliche Aufrichtung und in das bestmögliche Gleichgewicht zu bringen. (Die Arbeit dieses Systems verläuft die meiste Zeit vollkommen unterbewusst, das heißt für die Psyche nicht wahrnehmbar. Deswegen wissen wir meistens gar nicht, dass wir so was haben.)

Aber trotz diesen Systems laufen wir nicht alle automatisch mit hervorragender Körperhaltung und -ausrichtung. Das kommt deswegen, weil jeder Stress – egal ob körperlicher oder seelischer Natur – Spannungen hervorruft, die die Haltung des Körpers und das Gleichgewicht – und damit auch das freie Funktionieren des besagtes Systems – behindern und stören.

Alexander meinte also, dass wir es gar nicht unbedingt wissen müssen, wie wir die bestmögliche Haltung erreichen, denn unser Körper weißt es bereits. Unsere Aufgabe ist es vielmehr, die störende Spannungen wahrzunehmen und aufzulösen, damit der Körper seine natürliche Fähigkeit zur Selbstausrichtung wieder erlangen kann. Ein Alexander-Lehrer sagte mal: „We are the gardeners, removing the weeds.“ (Wir sind wie die Gärtner, die das  Unkraut entfernen.)

Wenn das Falsche aufhört, also wenn die störende Verspannungen sich lösen, passiert das Richtige von alleine, sprich das besagte System kann endlich ungehindert seiner Arbeit nachgehen und richtet unseren Körper in bestmögliche Art und Weise aus. Wer das mal erfahren hat weißt um die angenehme Leichtigkeit und Effizienz der eigenen Bewegungen, die sich dann einstellt.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch, an dem ich gerade arbeite.

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Tom Büchel (Zeitschrift piu = Pferde in Unterfranken) schrieb mir folgendes:

Liebe Reiter, Vereine, Reitställe und sehr geehrte Shopbetreiber,

am 20. März findet in Großostheim ein Symposium rund um die Bodenarbeit statt.
Hier zeigen Simone Carlson, Christiane Göbel, Helga Böttiger und Tomek Twardowski wie vielseitig und effektiv die Arbeit am Boden in Training und Ausbildung von Pferd und Reiter eingebaut werden kann.

Es wäre toll, wenn Ihr/Sie  den Flyer in der Anlage ausdrucken und im Shop/Stall aushängen würdet.
Für Eure Bemühungen danken wir  Euch recht herzlich und freuen uns auf viele Besucher.

Den Flyer mit allen Details finden Sie hier

Dieses ganztägige Symposium soll Einblicke in die Arbeit am Boden aus den verschiedensten Blickwinkeln geben. Neben der eigentlichen Arbeit mit und am Pferd, der Arbeit mit Problempferden und der Gymnastizierung, werden aber vor allem auch Aspekte wie das sinnvolle Einbauen der Bodenarbeit in den Reitunterricht zur Sprache kommen.

Anhand von verschiedenen Pferden demonstrieren die Bodenarbeits-Experten ab 11:00 Uhr, welche mannigfaltigen Möglichkeiten Bodenarbeit und Horsemenship bieten. Hierbei wird die Arbeit mit dem Führseil ebenso demonstriert, wie die klassische Bodenarbeit an der Doppellonge oder die Arbeit nach der Alexander-Technik. Es wird viele Möglichkeiten geben, sich bei den praktischen Darbietungen sowie im direkten Gespräch zu informieren. Ab 18:00 Uhr werden die Referenten noch einmal beim Demoabend einzeln, mit fremden Pferden, ihre Arbeitsweise demonstrieren.

Anmeldung bis 10. März 2010 unter: piu = Pferde in Unterfranken

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Ich habe eine kleine, subjektive Buchauswahl erstellt, die ich meinen Besuchern weiter empfehlen möchte.

Ich habe die Bücher in folgende Kategorien unterteilt:

  • Bücher für feinfühlige Menschen
    Wenn schon der Blog „Reiten für Feinfühlige“ heißt dann möchte ich hier einige Bücher-Tipps für feinfühlige Menschen anbieten, egal ob sie Reiter sind oder keine.
    Feinfühlige Menschen nehmen viele Einflusse und Stimmungen wahr, die sie dann auch verarbeiten müssen. Für alle solche Menschen hat Karla McLaren einige Bücher geschrieben.

Zur Buchauswahl geht’s hier…

Tomek Twardowski

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Meine Arbeit

In meiner Arbeit mit Reitern und ihren Pferden versuche ich vor allem, die Reiter in der Entwicklung besserer Körperwahrnehmung zu unterstützen.

Diese Qualität ist in der Reiterei unter dem Namen »reiterlicher Takt« seit Jahrhunderten bekannt und wird oft als der Schlüssel jedes guten Reitens beschrieben. Manche Autoren behaupten zwar, sie ist nicht erlernbar, sie haben es aber schlichtweg nicht mit der Alexander-Technik probiert, denn die tägliche Erfahrung beweist das Gegenteil.

Die Verbesserung von Körperwahrnehmung unterstützt den Reiter auf ganzer Linie:

  • Er kommt schneller zum besseren Sitz: indem er sein Körper präziser fühlt wird er auf eigene Fehler aufmerksam. Dadurch kann er sich selbst korrigieren, auch außerhalb vom Unterricht.
  • Er fügt sich geschmeidiger in die Bewegungen des Pferdes ein.
  • Dank dem verbesserten Feingefühl kann er die Verspannungen im Körper des Pferdes schneller wahrnehmen. Viele Konfliktsituationen werden dadurch schon vor der Entstehung behoben (s. Abschnitt: Training nach der Alexander-Technik)

Die Entwicklung von Körpergefühl und das Lösen von Verspannungen bedingen sich in der Alexander-Technik gegenseitig. Denn die verspannte Muskulatur wird schnell taub und empfindet weniger. Die Körperwahrnehmung wird dadurch entweder ungenau oder sogar ganz falsch.

Man arbeitet also daran, alle Bewegungen in guter Haltung, verspannungsfrei auszuführen. Das gute Gleichgewicht und Koordination hat absoluten Vorrang vor spektakulären Effekten, Schnelligkeit und Konditionsaufbau.

Mehr über meinen Reitunterricht nach den Prinzipien der Alexander-Technik finden Sie hier

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Anlässlich der gerade aktuellen Diskussion über die Rollkur/Hyperflexion sowie deren Zulässigkeit oder Unzulässigkeit wollte ich der Welt einige meiner Erfahrungen mitteilen.

Ich verzichte in meiner Arbeit mit Pferden ganz bewusst auf viele allgemein anerkannte Methoden, die garantiert (zumindest laut Erfinder) zu schnellen Erfolgen führen, wie Hilfszügel, Doping, fragwürdige Körperhaltungen wie z. B. Hyperflexion… Stattdessen arbeite ich unablässig daran, ein Ausbildungssystem zu entwickeln und zu verbessern, das auch für Pferde nachvollziehbar und akzeptabel ist.

Unter Nachvollziehbarkeit meine ich, …. um den ganzen Text zu lesen klicken Sie hier

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